Im Sommer 2017 fragte mich eine Bekannte: "Machst Du eigentlich auch Rechenketten? Du weißt schon, die Dinger, mit denen Kinder heute rechnen lernen."
Bis dato hatte ich noch nie etwas von Rechenketten gehört, aber Google half mir gleich auf die Sprünge. Der Aufbau der Rechenketten war simpel (20 Stück ca. 8 mm große Perlen, in zwei unterschiedlichen Farben, zu 4 x 5 Stück aufgefädelt auf einer dünnen Schnur). Trotzdem war der Kreativität kaum Grenzen gesetzt.
Ich bin seit 1994 selbstständig und war immer schon offen für neue Geschäftsideen.
Kleinen Perlen – große Wirkung
Nach einer kurzen Suche im Internet fand ich einen Lieferanten für die notwendigen Materialien und gab meine erste Bestellung auf. Ich weiß nicht warum, aber dabei kam mir Folgendes in den Sinn:
"Egal, ob ich die Rechenketten verkaufen kann oder nicht, ich werde niemals (!) anfangen, Schutzengel aus Perlen herzustellen! Die Dinger gibt es schon ewig und Geld verdienen kann man damit sicher auch keines!"
Die Materialien wurden schnell geliefert und hochmotiviert tüftelte ich herum. Bald hatte ich eine Rechenkette ganz nach meinen Vorstellungen kreiert. In dieser Ausführung stellte ich eine größere Auswahl an Rechenhilfen in verschiedenen Farbkombinationen her. Ich hatte richtig Spaß daran und stellte mir schon vor, wie ich die bunten Ketten in großer Zahl verkaufen konnten.
Mit langem Atem zum Wendepunkt
Fast zwei Jahre lang versuchte ich, einen zu mir und meinen Rechenketten passenden Verkaufskanal zu finden. Nach einigen ziemlich zeitaufwändigen Fehlversuchen gab ich die Geschäftsidee recht enttäuscht aber wieder auf.
Da saß ich nun, mit vielen bunten Perlen und einer großen Lust, diese zu verarbeiten. Ich recherchierte im Internet, welche handgefertigten Produkte aus Perlen online zu finden waren. Dabei stellte ich überrascht fest, dass sich Schutzengel aus Perlen nach wie vor großer Beliebtheit erfreuten. Ich konnte es gar nicht glauben, aber schon bald besorgte ich mir die noch fehlenden Materialien zu Herstellung der kleinen Schutzengel. Immer noch skeptisch machte ich mich ans Werk, denn ein paar Wochen später sollte ein kleiner Pfingstmarkt ganz in meiner Nähe stattfinden.
Ich fertigte Schutzengel in verschiedenen Farben mit silber-, gold- und bronzefarbenen Flügeln. Weil ich auch noch haufenweise Perlen hatte, die für Schutzengel nicht geeignet waren, kamen noch einige bunte Taschenbaumler, Rucksack- und Schlüsselanhänger dazu. Zusammen mit den bisher unverkäuflichen Rechenketten präsentierte ich meine handgefertigten Waren auf dem Pfingstmarkt und war einfach gespannt, ob und was ich verkaufen würde.
Alles neu macht der Mai
Der Pfingstmarkt war ein voller Erfolg. Tolles Wetter, viele Besucher, Bratwürste, Bier und Blasmusik und für die relativ kleine Veranstaltung erfreulich viele Aussteller – und eine große Überraschung für mich. Obwohl viele Kinder mit auf dem Markt waren, erwiesen sich die Rechenketten als absolut unverkäuflich. Die aufwändigen Taschenanhänger, von denen ich mir Einiges versprochen hatte, wollte auch keiner haben, aber die Schutzengel gingen tatsächlich weg wie warme Semmel.
Ich war baff, aber sehr erfreut und hochmotiviert, mein Glück weiter mit Schutzengeln zu versuchen.
Im Winter des gleichen Jahres folgte dann meine erste Teilnahme am „Schwimmenden Christkindlmarkt“, der an drei Wochenenden vor Weihnachten in Vilshofen stattfindet. Der Verkauf war, nach anfänglichen Schwierigkeiten, überraschend erfolgreich und wieder waren meine Schutzengel die absoluten Bestseller.
Meine nächste Herausforderung war nun, einen Weg zu finden, meine Schutzengel möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen.
Ob und wie mir das gelang, kannst Du im Blogbeitrag Mein erster Schutzengelshop nachlesen.
