Meine erste Teilnahme am Schwimmenden Christkindlmarkt in Vilshofen war in der Adventszeit 2019.
Durch die in meinen Augen erstaunlich erfolgreichen Verkäufe meiner Schutzengel beflügelt, suchte ich nach einer Möglichkeit, meine Produkte einem größeren Käuferkreis zugänglich zu machen.
Ich finde Märkte toll, weil ich schnell erkennen kann, ob mein Angebot ankommt. Aber das Beste daran ist, die strahlenden Augen der Besucher zu sehen. Wenn sie überlegen, mit welchem Schutzengel aus meiner großen Auswahl sie einem lieben Menschen eine Freude machen können, dann geht mir das Herz auf.
Da Märkte regional sind und nur zu bestimmten Zeiten stattfinden, entschloss ich mich, zusätzlich einen eigenen Onlineshop für die Schutzengel einzurichten.
Online in Offline-Zeiten
Der erste Corona-Lockdown bot ausreichend Zeit, mir Gedanken über das genaue Angebot und den Aufbau meines Schutzengelshops zu machen.
Nachdem die Richtung feststand, ging ich daran,
- entsprechenden Schutzengel herzustellen
- Produkte zu fotografieren und
- Artikelbeschreibungen zu formulieren
Nur so einfach, wie es sich hier liest, war es dann doch nicht.
Die Herstellung der Schutzengel war der einfachste Part. Die Artikelbeschreibungen gingen mir auch noch relativ einfach von der Hand. Doch das Fotografieren der Schutzengel bzw. die in meinen Augen ungenügenden Ergebnisse ließen mich fast verzweifeln. Meine Erkenntnis: Fotograf ist schließlich nicht umsonst auch heute noch ein Lehrberuf!
Mittlerweile treiben mir Produktfotos keinen Angstschweiß mehr auf die Stirn, weil ich mir nicht mehr so viele Gedanken um Bildaufbau und Fototechnik machen muss. 2020 musste ich aber schon einen wirklich guten Tag haben, um überhaupt loslegen zu können.
Insgesamt dauerte es einige Monate, bis mein Schutzengelshop reif zur Veröffentlichung war.
Auf die Plätze ... fertig ... los
Ich drückte also auf den Button "veröffentlichen" und stellte mir vor, wie schon bald die ersten Bestellungen eintrudelten, ich die Schutzengel mit Hingabe herstellte, mit viel Liebe verpackte und die Päckchen mit großer Freude zur Post brachte. Doch zu meiner noch größeren Enttäuschung passierte ...
NICHTS! Keine Bestellung – nicht nach Tagen, nicht nach Wochen!
Okay, dachte ich mir, es braucht halt seine Zeit, bis mein Onlineshop im Google-Ranking nach oben steigt. Dann kümmere ich mich jetzt eben um begleitende Maßnahmen und andere Verkaufsoptionen.
Versuch macht klug
Als erstes probierte ich es mit Facebook, das ich damals auch privat nutzte. Ich merkte aber schnell, dass ich mich mit Social Media nicht wohlfühlte.
Pinterest, eine Plattform für Kreative und unglaubliche Inspirationsquelle, schien da schon besser zu mir zu passen. Ich beschäftigte mich damit, wie ich mit "Pins" (Produktbildern mit ansprechenden Texten) auf meine Schutzengel aufmerksam machen konnte. Ich buchte sogar – ganz im Gegensatz zu meinem sonstigen Vorgehen – ein Coaching. Letztlich musste ich aber trotz allem feststellten, dass meine Pins im DIY-Angebot auf Pinterest untergingen.
Im zweite Corona-Lockdown nahm ich mir die Zeit, mich mit Palundu, einer Plattform für handgefertigte Produkte, zu beschäftigen. Ich nahm es sogar auf mich, neue Produktfotos zu erstellen, denn mein Angebot passte gut zu Palundu. Leider musste ich erkennen, dass die Reichweite von Palundu einfach zu gering war, was wohl schließlich auch zur Einstellung der Plattform führte.
Mein nächster Versuch war Etsy, aber kurz nachdem ich meine ersten Produkte hochgeladen hatte, fluteten massenweise Billig-Produkte die Plattform. Auch die strengen Vorgaben und Anforderungen, um auf Etsy ausgespielt, also überhaupt angezeigt zu werden, machten mir keinen Spaß und so löschte ich meinen Etsy-Shop wieder.
Enttäuschungen und Lichtblicke
Nach all diesen zeitaufwändigen und enttäuschenden Versuchen entdeckte ich im Oktober 2021 durch Zufall sFachl. Bei dieser Geschäftsidee bieten Ladenbesitzer in Deutschland, Österreich und Schweiz in ihrem Geschäft kleine Fächer (Fachl) in der Größe einer Obstkiste zur Miete an, die dann von den Mietern mit ihren Produkten bestückt werden. Das Ergebnis ist eine bunte Ansammlung von ganz unterschiedlichen Produkten, oft handgemacht und mit viel Liebe zum Detail herstellt.
Ich war begeistert und buchte mir ein Fachl – erst in Passau, später zusätzlich auch in Mainz und in München. Ich verkaufte fast täglich an einem der Standorte einen Schutzengel oder auch eines meiner anderen Produkte wie Lesezeichen oder Taschenanhänger und hatte meine Freude daran. Doch der Kaufmann in mir stellte 2024 fest, dass sich das Geschäft kaum lohnte, so dass ich 2024 alle meine Fachl schweren Herzens wieder aufgab.
Alles auf Anfang?
Fast vier Jahre lang habe ich verschiedene "begleitende Maßnahmen und andere Verkaufsoptionen" zu meinem Onlineshop und für meine Schutzengel ausprobiert. Die Ergebnissen waren ziemlich bescheiden. Auch die Anzahl der bis dato eingegangen Bestellungen war äußerst ernüchternd. Aber weil mir jede einzelne Bestellung ein breites Grinsen ins Gesicht zauberte, war ich einfach nicht bereit, die Idee eines eigenen Onlineshops für meine Schutzengel aufzugeben.
Laut Google Analytics war das Ranking meines Schutzengelshop gar nicht so schlecht und verbesserte sich langsam, aber stetig. Daran konnte es also fast nicht liegen, dass ich kaum Bestellungen erhielt.
Ich versuchte, der Sache auf den Grund zu gehen und schaute mich meinen Onlineshop etwas genauer an. Ich öffnete den Schutzengelshop am PC und gab eine Bestellung auf. Ich prüfte jeden einzelnen Schritt und in meinen Augen war alles übersichtlich, funktional und einfach zu bedienen. So weit, so gut.
Onlineshops müssen responsiv sein
Auch wenn ich zu Beginn meiner Arbeiten an meinem ersten Schutzengelshop noch kein eigenes Smartphone hatte (in solchen Dingen bin ich etwas altmodisch), war mir natürlich trotzdem bewusst, dass ein Webshops "responsive" sein muss, also auf PC, Tablet und Smartphone gleichermaßen gut ausschauen und bedienbar sein sollte.
Funktioniert hat mein Schutzengelshop – auch auf meinem endlich mal angeschafften neuen Smartphone, doch die Auswahl der einzelnen Schutzengel war am Handy überaus mühsam. Die Übersichtlichkeit des Bestellvorgangs am PC, die mir so wichtig gewesen war, war am Smartphone einfach nicht gegeben. Es brauchte sehr viele Klicks, um endlich einen Schutzengel aus der Vielzahl von Modellen und dann noch eine der neun unterschiedlichen Farben je Modell ausgewählt zu haben. Viel zu zeitaufwändig für Menschen, die ihre Online-Bestellungen zwischenzeitlich bevorzugt am Smartphone aufgeben.
Als mir klar wurde, dass ich dieses Problem nicht auf die Schnelle würde lösen können und sich meine Schutzengel-Verkäufe an Händler aber überaus positiv entwickelten, nahm ich den Schutzengel aus dem Netz, um mich ganz in Ruhe mit einem Neuaufbau beschäftigen zu können.
Im Blogbeitrag Mein Weg zu den Wiederverkäufern erfährst Du, welchen Herausforderungen ich mich auf diesem Weg stellen durfte.
